Kluge Gedanken über die großen und kleinen Fragen des Lebens
Thomas Grethlein bittet zum „Philosophischen Stadtgespräch”
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Den Namen kennen die meisten im Zusammenhang mit Fußball: Dr. Thomas Grethlein war von 2014 bis 2023 Aufsichtsratsvorsitzender beim 1. FC Nürnberg und damit im Rampenlicht. Genauso lang wie die Leidenschaft für Fußball prägt ihn aber die für Philosophie. Jetzt bringt er das gemeinsame Nachdenken mit prominenten Nürnbergerinnen und Nürnbergern auf die BZ-Bühne.
„Philosophische Stadtgespräche“ sollen das werden, die sich vom Format her an die Talk-Runden von Alt-Oberbürgermeister Ulrich Maly anlehnen. „Das hat mich inspiriert, und er hat sein Einverständnis gegeben, dass ich das in abgewandelter Form präsentiere“, erzählt Thomas Grethlein, der Maly gut kennt. Und so ist es kein Zufall, dass die beiden gemeinsam beim Auftakt der Reihe auf der Bühne saßen.
Philosophie, ist das nicht was nur für belesene Leute mit Studienabschluss? „Nein“, betont Grethlein, der nach dem Philosophiestudium seine berufliche Laufbahn als Dozent an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen begann. „Es sind Fragen, die sich jeder und jede stellt – diese habe ich mit Uli Maly auch rund um das Thema Vertrauen besprochen. Und wir alle vertrauen doch jemandem oder eben nicht. Wir wollen die Veranstaltungen für alle interessant und zugänglich halten. Schließlich begann die Philosophie mit Sokrates auf dem Marktplatz, der einfach Leute angequatscht hat.“

Aus den Gesprächen heraus sollen sich die Gedanken entwickeln – auch mit Jens-Daniel Herzog, dem Staatstheater-Intendanten und zweiten Gast, und mit Simone Schimpf, Chefin des Neuen Museums Nürnberg, will es Grethlein so halten und wird auch nicht alles im Detail mit ihnen vorher absprechen. „Ich bin selber gespannt und auch ein bisschen aufgeregt“, gesteht Grethlein.
Die Philosophie hat ihn nie losgelassen, auch nachdem er ein Unternehmen gegründet und wieder abgegeben hatte und nach seiner Erfahrung als Club-Aufsichtsratsvorsitzender. „Am Anfang haben mir meine Kommilitonen den Einstieg in die freie Wirtschaft gar nicht zugetraut“, berichtet der lebenserfahrene Denker. „Aber durch die Philosophie habe ich gelernt, Prozesse zu strukturieren und zu erkennen, worauf es in der jeweiligen Situation ankommt.“
Sein Wissen und vor allem die Lust am freien Philosophieren hat er schon vielfach in Kursen und Gesprächsrunden weitergegeben. Mit den „Philosophischen Stadtgesprächen“ setzt er einen neuen Akzent. Wenn die Reihe gut ankommt, gibt es im Herbst weitere Termine mit ganz unterschiedlichen Gästen.
Text: Katharina Erlenwein