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Wer mit dem Zug durch Europa fährt, sollte nicht nur Bahnhof verstehen

BZ bietet Sprachkurse speziell zum nachhaltigen Reisen

Gast Autor*in |

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Bildungszentrum

Um nach Frankreich, Italien oder in andere nahe gelegene Urlaubsländer zu reisen, braucht man kein Flugzeug. Denn in zahlreiche europäische Metropolen gibt es mittlerweile gute Zugverbindungen. Und das Reisen mit dem Zug oder Nachtzug wird immer beliebter, sei es aus Flugscham oder wegen des Abenteuers. Darauf reagiert das Bildungszentrum (BZ) Nürnberg – und bietet im Mai und Juni Sprachkurse an, die auf nachhaltiges, umweltfreundliches Reisen vorbereiten. „Mit dem (Nacht)Zug nach…“ heißt die fünfteilige Reihe und umfasst bisher Ziele in Italien und Frankreich. Um an den Kursen teilzunehmen, sollte man bereits Vorkenntnisse in der jeweiligen Sprache haben.

„Das Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung ist bei uns am BZ schon lange präsent“, sagt Lydia Glaubitz, Fachteamleiterin Sprachen. Das BZ will seinen Teil zur Verwirklichung der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen beitragen – so entstand, neben vielen anderen Aktivitäten zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung, die Idee zur Sprachkursreihe. „Wir haben Städte ausgewählt, die attraktiv und von der Mitte Deutschlands aus bequem in einem Tag mit dem Zug erreichbar sind.“ 

So fiel die Wahl auf die französischen Städte Paris und Lyon. „Paris ist ein klassisches Reiseziel, dessen gute Zuganbindung schon über einen gewissen Bekanntheitsgrad verfügt“, sagt Barbara Wolf, Programmmanagerin für Französisch und die asiatischen Sprachen. „Lyon liegt weiter im Süden Frankreichs, ist also etwas entlegener.“ Doch auch die drittgrößte Stadt unseres Nachbarlandes am Zusammenfluss von Rhône und Saône hat viel zu bieten – zum Beispiel eine Altstadt, die auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste steht, oder exquisite Gastronomie.

Beide französischen Metropolen sind von Nürnberg mit einmaligem Umsteigen per Zug zu erreichen – der französische Schnellzug TGV, der längst auch München, Stuttgart, Karlsruhe und Frankfurt ansteuert, macht es möglich. In den Kursen wird auch der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) der beiden Städte thematisiert, damit man sich etwa in der Pariser Metro problemlos zurechtfindet. Lyon hat beim Thema ÖPNV eine Gemeinsamkeit mit Nürnberg: Es gibt dort eine U-Bahn ohne Fahrer.

Gut vorbereitet mit den Sprachkursen, reist es sich leichter durch Frankreich und Italien.
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Im Bereich Italienisch fiel die Wahl des BZ-Fachteams Sprachen auf Mailand, Verona und Rom. „Mailand steht für Mode, Shopping und Großstadtflair“, sagt Christine Springer, BZ-Programmmanagerin für Italienisch, die nord- und osteuropäischen sowie einige außereuropäische Sprachen. „Verona ist ebenfalls eine wunderschöne Stadt. Hinzu kommt die Nähe zum Gardasee.“ Berühmt ist Verona außerdem als Schauplatz der Shakespeare-Tragödie „Romeo und Julia“.

Nach Rom dauert die Zugreise zwar deutlich länger als in die norditalienischen Städte Mailand und Verona, doch die Hauptstadt Italiens und „Ewige Stadt“ mit ihrer fast 3.000-jährigen Geschichte durfte auf der Liste nicht fehlen. In den Kursen gehe es vor allem darum, die Städte nachhaltig zu erkunden, sagt Christine Springer: Welches Vokabular brauche ich für die Zugfahrt? Welche öffentlichen Verkehrsmittel gibt es in den Städten und wie finde ich mich zurecht? Wie frage ich nach dem Weg? Außerdem erhalten die Teilnehmenden zahlreiche Insidertipps,
zum Beispiel zu gemütlichen Cafés und Pizzerien. „Die Kursleitungen kommen selbst aus den Städten oder haben einen persönlichen Bezug zu ihnen.“

Auch sonst gibt es am BZ neben klassischen Sprachkursen zahlreiche neue Formate, um Fremdsprachenkenntnisse zu erweitern und zu vertiefen. „Zum Beispiel bieten wir einen Italienischkurs für Aktivreisende zum Thema Bergwandern“, sagt Christine Springer. Darin lernt man unter anderem, sich als Wanderer in den italienischen Alpen zurechtzufinden, wie man im Notfall die Bergwacht verständigt oder welche Wanderziele besonders lohnend sind. 

Für alle, die Italien noch besser kennenlernen wollen, hat das BZ die Kursreihe „La Dolce Vita“, eine Reise durch die italienische Alltagskultur, im Angebot. Die Reihe „Venerdi italiano“ („Italienischer Freitag“) befasst sich mit italienischen Dialekten. 

Wer die Kunst des Flirtens auf Französisch erlernen will, sollte den fünfteiligen Kurs „Rendezvous amoureux“ besuchen. „Es geht, darum, wie man charmant ins Gespräch mit Franzosen oder Französinnen kommt, ohne aufdringlich oder platt zu wirken“, erklärt Barbara Wolf.

Außerdem lädt das BZ zu englischen, französischen und italienischen Konversationsabenden zum Thema Film, an denen Ausschnitte ausgewählter Filme des jeweiligen Landes angesehen, historisch-gesellschaftlich eingeordnet und besprochen werden. 

Die „Voyages culturels“ („Kulturreisen“) widmen sich den kulturellen und sprachlichen Besonderheiten ausgewählter Regionen Frankreichs. 2025 wurde die Bretagne unter die Lupe genommen, in diesem Sommer die Auvergne sowie die Überseegebiete Tahiti und Guadeloupe.

Bei „Talking about Art“ besuchen die Teilnehmenden Nürnberger Kunstmuseen und Galerien und diskutieren auf Englisch über die betrachteten Werke. Durch die Abende führt der australische Künstler und ehemalige Englischlehrer Rob Peters.

Insgesamt werden die Sprachkurse am BZ sehr gut angenommen, wie Lydia Glaubitz sagt. Einen gewissen Rückgang verzeichne man bei Englischkursen. „Das liegt unter anderem daran, dass es keine neuen Generationen mehr gibt, die Englisch nicht schon in der Schule hatten.“ Stark im Wachsen begriffen sei hingegen Italienisch. Auch asiatische Sprachen wie Koreanisch würden immer stärker nachgefragt, was mit kulturellen Phänomenen wie K-Pop zusammenhängen dürfte.

Seit einigen Jahren setzt das BZ zudem verstärkt auf „Crossover“-Formate, bei denen das Erlernen der Sprache mit anderen Aktivitäten verbunden werde – also etwa Kochen auf Mexikanisch oder Vietnamesisch.


Autor: Philipp Demling

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